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Neue Organisationsformen prägen die Arbeitswelt von morgen

Die digitale Transformation wird die Arbeitswelt in den nächsten Jahren grundlegend und nachhaltig verändern. Eine bewusste Gestaltung der Arbeitswelt 4.0 bildet die Voraussetzung, dass Unternehmen diese Veränderungen als Chance nutzen können. Anpassungen an der Organisation werden dadurch unumgänglich.
Veröffentlicht am 09.03.2020 von Südostschweizjobs.ch
«Futura» – das Talent Board der GKB ist als reines Netzwerk aufgesetzt und organisiert sich selbstständig in Bubbles.
Die digitale Transformation wird die Arbeitswelt in den nächsten Jahren grundlegend und nachhaltig verändern. Eine bewusste Gestaltung der Arbeitswelt 4.0 bildet die Voraussetzung, dass Unternehmen diese Veränderungen als Chance nutzen können. Anpassungen an der Organisation werden dadurch unumgänglich.

von Alexander Villiger, Leiter Personal bei der Graubündner Kantonalbank in Chur

Erfolgreiche Unternehmen des digitalen Zeitalters sind ständig auf der Suche nach neuen Wettbewerbschancen. Dabei bilden Beweglichkeit und Innovationskraft die Währung für nachhaltigen Erfolg. Diese werden nicht in bürokratischen Strukturen geschaffen, sondern gedeihen in neuen, flacheren Organisationsformen.

Funktionale Organisation von gestern

In der alten Wirtschaftsordnung gab das Management die Arbeitsabläufe detailliert vor und überwachte deren Ausführung. Arbeitsprozesse wurden aufgespalten, in einem feinen Regelwerk abgebildet und in der Ausführung rapportiert. Die Menschen an den Fliessbändern wurden als zu optimierende und ersetzbare Ressource verstanden. Mitarbeitende konnten nur ihren eigenen Arbeitsschritt überblicken. Verharrungsvermögen und Entfremdung von der Arbeit waren die Folgen – fehlende Motivation, Kreativität und Innovationskraft der Preis, den diese Organisationen bezahlen mussten. 

Prozessorganisation von heute

Wenn sich der Wettbewerb intensiviert und die Unternehmen Kundenbedürfnisse als Ausgangspunkt ihres Unternehmenszwecks erkennen, erweisen sich langsame, starre Organisationsgebilde als Nachteil. Namhafte Unternehmen reagieren darauf, indem sie Hierarchien abbauen und ihre Organisation verflachen. Sie wollen beweglicher und innovativer werden sowie Bürokratie und Leerläufe minimieren. Richten sich flacher werdende Organisationen stärker auf die Kundenschnittstelle aus, entstehen Prozessorganisationen, welche einen ganzheitlichen Blick auf die Wertschöpfungsentstehung für alle Beteiligten ermöglichen. Es entfallen Schnittstellen und unnötige Entscheidungswege. Mitarbeitende erhalten Gestaltungs- und Entscheidungskompetenzen. Diese wirken sich positiv aus auf Motivation, Engagement und Leistung. Sinkende Kosten, kürzere Time to Market, begeisterte Kunden sowie eine steigende Wertschöpfung sind Folgen dieser Anpassungen.
Unternehmen, die erste Wellen der digitalen Transformation erlebt respektive deren Potenzial erkannt haben, Branchengegebenheiten in kurzer Zeit fundamental zu verändern, realisieren, dass sie mit den bestehenden Strukturen nicht länger wettbewerbsfähig bleiben. 

Netzwerkorganisation von morgen

Der nächste Entwicklungsschritt liegt somit in Organisationsformen, welche es erlauben, die steigende Komplexität und Dynamik aus dem Wettbewerbsumfeld zu adaptieren. Netzwerkorganisationen verfügen über diese Eigenschaft. Sie basieren auf Zeit ausgerichtete Knoten («Bubbles») sowie Verbindungen zwischen diesen («Interaktionen»). Bubbles von Netzwerken sind typischerweise auf eine Aufgabe oder ein Projekt ausgerichtet und interdisziplinär zusammengesetzt. Ist die Aufgabe erfüllt oder ein Projekt abgeschlossen, wird die Bubble aufgelöst. Deren Mitglieder können sich wieder neuen, wertschöpfenden Tätigkeiten in anderen Bubbles zuwenden. 
Dadurch steigt der Vernetzungsgrad im Unternehmen. Die Abstimmung zwischen den Bubbles erfolgt permanent, wodurch die Leistungserstellung flexibler, effizienter und schneller erfolgen kann. 

Bild: zVg GKB