Die Höhere Berufsbildung – ein oft unterschätzter Weg zu beruflichem Erfolg

Der Ausbildungsweg Höhere Berufsbildung richtet sich an Berufsleute, welche solide praktische Fähigkeiten mit fundiertem theoretischen Wissen verbinden wollen und eine Karriere mit einer verantwortungsvollen Fach- oder Führungsfunktion anstreben.
Veröffentlicht am 15.12.2021 von Südostschweizjobs.ch
Erfolgreich sein, dank einer Höheren Berufsbildung.
Der Ausbildungsweg Höhere Berufsbildung richtet sich an Berufsleute, welche solide praktische Fähigkeiten mit fundiertem theoretischen Wissen verbinden wollen und eine Karriere mit einer verantwortungsvollen Fach- oder Führungsfunktion anstreben.

von Andreas Zuber, Teamleiter Laufbahnberatung beim Amt für Berufsbildung Graubünden

In der Laufbahnberatung zeigt sich oft, dass Ratsuchende über die einfach zugänglichen und schnell abzuschliessenden dualen Ausbildungen nicht oder nur wenig informiert sind. Dabei entsprechen diese dem schon in den Berufslehren praktizierten überaus erfolgreichen dualen Ausbildungsprinzip: Schulischer und sehr praxisbezogener Wissenserwerb gehen Hand in Hand mit dem Aneignen praktischer Fertigkeiten im Berufsalltag.

Ausbildung berufsbegleitend möglich

Die Ausbildungen sind in der Regel berufsbegleitend und kostengünstig und schliessen an eine abgeschlossene Berufslehre mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung an. Ein Lehrabschluss mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder andere gleichwertige Qualifikationen erlauben den Zugang zu den Ausbildungen der Höheren Berufsbildung, welche noch weitere Türen im Schweizer Bildungssystem öffnen. 
Alle Berufe tragen einen eidgenössischen Titel, sei es Berufsprüfung (BP) oder Höhere Fachprüfung (HFP). Ebenfalls zur Höheren Berufsbildung mit eidgenössischem Abschluss zählen die Höheren Fachschulen (HF). Sie dauern in der Regel länger und sind etwas schulischer ausgelegt. Auch sie können nach dem Abschluss einer drei- bis vierjährigen Lehre besucht werden. Und dies, ohne eine Berufsmaturität zu absolvieren.

Vielseitiges Angebot in allen Branchen

An der Basis des wirtschaftlichen Erfolgs der Schweiz stehen zu einem gewichtigen Teil die KMU, die kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sind in den Regionen stark verankert und zudem wichtige Arbeitgeber von attraktiven Arbeitsstellen in der Peripherie. Ohne die Weiterbildungen der Höheren Berufsbildung stünde das notwendige Kader für die Organisation, Führung und Weiterentwicklung in einem herausfordernden und sich sehr schnell weiterentwickelnden Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Viele dieser Unternehmungen werden von Fachkräften in die Zukunft geführt, welche ihre Ausbildungen und Weiterbildungen in der Höheren Berufsbildung absolviert haben.

Alternative zu anderen Studien

Oftmals äussern Ratsuchende den Wunsch, eine Berufsmaturität zu absolvieren. Nach sorgfältiger Standortbestimmung und Abklärung der verschiedenen Möglichkeiten kann sich der Weg über die Höhere Berufsbildung aber als passender herausstellen. Interessen und Fähigkeiten und schulisches Potenzial oder der Wunsch im Erwerbsleben oder beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben, legen diesen attraktiven Weg nahe.

Finanzierung Höhere Berufsbildung

Die Ausbildungen der Höheren Berufsbildung werden vom Bund unterstützt. Im Gegensatz zur beruflichen Grundbildung erfordert die Höhere Berufsbildung zwar zuerst ein höheres finanzielles Engagement von Studierenden und Arbeitgebern. Die eidgenössischen Prüfungen und die dazugehörigen vorbereitenden Kurse werden grösstenteils privat getragen. Die Studierenden sind in der Regel berufstätig. Aber die öffentliche Hand spielt bei der Finanzierung eine zunehmend wichtige Rolle. Seit 2018 unterstützt der Bund Absolvierende von vorbereitenden Kursen auf eidgenössische Berufsprüfungen und eidgenössische höhere Fachprüfungen 
finanziell direkt. Bundesbeiträge können für Kurse beantragt werden, die auf der offiziellen Meldeliste stehen. Die Meldeliste und weitere Informationen sind zu finden unter: https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bildung/hbb/bundesbeitraege.html

Nötige Voraussetzungen

  • Die Lernenden haben einen vorbereitenden Kurs auf eine eidgenössische Prüfung absolviert.
  • Sie haben die Kursgebühren bezahlt und die Rechnungen und Zahlungsbestätigungen aufbewahrt.
  • Sie haben die eidgenössische Prüfung absolviert. Unabhängig vom Prüfungserfolg haben sie Anspruch auf die Bundesbeiträge.
  • Sie haben zum Zeitpunkt der eidgenössischen Prüfung ihren Wohnsitz in der Schweiz.

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, erstattet der Bund 50 Prozent der anrechenbaren Kosten zurück bis zu einem Maximalbetrag von 9'500 Franken bei der Berufsprüfung oder 10'500 Franken bei der Höheren Fachprüfung.

 

Beruf-, Studien- und Laufbahnberatung
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Bild: zVg.