Ein Vorstellungsgespräch zu verschieben, ist unangenehm – aber grundsätzlich kein Problem. Entscheidend ist, wie Sie mit der Situation umgehen. Informieren Sie den Arbeitgeber möglichst früh, bleiben Sie professionell und schlagen Sie direkt einen neuen Termin vor. Bei einer kurzfristigen Absage sollten Sie zum Telefon greifen.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Vorstellungsgespräch richtig verschieben, welche Gründe akzeptabel sind, wie Sie die Nachricht formulieren und welche No-Gos Sie unbedingt vermeiden sollten.
Ja. Es kann immer vorkommen, dass ein bereits vereinbarter Gesprächstermin nicht eingehalten werden kann. Eine Erkrankung, ein unvorhergesehenes Ereignis, ein beruflicher Termin oder eine andere wichtige Verpflichtung können eine Verschiebung notwendig machen.
Eine einmalige Terminverschiebung ist in der Regel kein Grund, sich Sorgen um die Bewerbung zu machen. Für den Arbeitgeber ist vor allem entscheidend, wie professionell Sie damit umgehen.
Wer rechtzeitig Bescheid gibt und direkt einen neuen Termin vorschlägt, vermittelt einen deutlich besseren Eindruck als jemand, der kurzfristig absagt oder gar nicht erscheint.
Wenn Sie ein Vorstellungsgespräch verschieben müssen, sollten Sie vor allem auf fünf Punkte achten:
Je kurzfristiger die Absage erfolgt, desto wichtiger ist eine direkte Kommunikation.
Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser.
Wenn Sie bereits einige Tage vorher wissen, dass der vereinbarte Termin nicht möglich ist, sollten Sie nicht bis zum Vortag warten.
Besonders problematisch wird es, wenn Sie erst wenige Minuten vor dem Gespräch absagen. Natürlich können unvorhersehbare Ereignisse jederzeit passieren. Dann sollten Sie den Arbeitgeber aber möglichst direkt kontaktieren.
Müssen Sie das Vorstellungsgespräch noch am selben Tag verschieben, empfiehlt sich ein Telefonanruf. Eine E-Mail können Sie zusätzlich schicken.
Das gilt insbesondere dann, wenn das Gespräch bereits in wenigen Stunden stattfinden soll.
Eine E-Mail kann übersehen werden oder zu spät gelesen werden. Ein kurzer Anruf zeigt dagegen, dass Sie die Zeit des Gesprächspartners respektieren.
Es gibt viele nachvollziehbare Gründe. Dazu gehören beispielsweise:
Sie müssen dabei nicht Ihre gesamte persönliche Situation erklären.
Eine Formulierung wie „aus persönlichen Gründen“ kann vollkommen ausreichend sein.
Eine Erkrankung ist ein völlig nachvollziehbarer Grund für eine Terminverschiebung.
Wenn Sie sich schlecht fühlen, ist es häufig sogar sinnvoller, das Gespräch zu verschieben. Das gilt auch für ein Online-Vorstellungsgespräch. Ein Bewerbungsgespräch erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit – und beides kann durch eine Erkrankung beeinträchtigt sein.
Eine kurze Mitteilung genügt: „Leider bin ich kurzfristig erkrankt und kann den vereinbarten Gesprächstermin nicht wahrnehmen. Ich würde mich freuen, wenn wir einen neuen Termin vereinbaren könnten.“
Medizinische Einzelheiten müssen Sie nicht nennen.
Nein. Sie müssen grundsätzlich keine privaten Details offenlegen.
Ein kurzer Hinweis wie:
„Leider kann ich den vereinbarten Termin aus persönlichen Gründen nicht wahrnehmen.“
ist in vielen Situationen völlig ausreichend.
Allerdings sollten Sie nicht einfach schreiben:
„Ich kann leider nicht.“
Das wirkt unnötig knapp und lässt offen, ob überhaupt noch Interesse an der Stelle besteht.
Besser ist eine Kombination aus kurzer Erklärung, Entschuldigung und einem konkreten Vorschlag für einen neuen Termin.
Eine gute Nachricht sollte möglichst kurz und professionell sein.
Sie können sich an dieser Struktur orientieren:
1. Bezug auf den vereinbarten Termin
2. kurze Information über die Verhinderung
3. Bedauern über die Änderung
4. Bitte um Verschiebung
5. konkrete Ersatztermine
6. Hinweis auf Ihr weiterhin bestehendes Interesse
Wer lediglich schreibt:
„Könnten wir einen neuen Termin vereinbaren?“
überlässt die gesamte Terminfindung dem Arbeitgeber.
Professioneller ist es, direkt zwei oder drei konkrete Möglichkeiten anzubieten.
Zum Beispiel:
„Für mich würden Dienstagvormittag, Mittwoch ab 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr passen.“
Das erleichtert die Terminplanung und signalisiert gleichzeitig, dass Sie weiterhin an der Position interessiert sind.
Das ist der grösste Fehler.
Auch wenn Sie kurzfristig keine Zeit haben oder inzwischen kein Interesse mehr an der Stelle besteht: Einfach nicht zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, ist keine Option.
Wenn Sie bereits vorher wissen, dass der Termin nicht funktioniert, sollten Sie nicht bis kurz vor Beginn warten.
Je früher der Arbeitgeber Bescheid weiss, desto einfacher kann er seinen eigenen Kalender anpassen.
Sie müssen keine dramatische Geschichte erfinden. Eine kurze und ehrliche Erklärung ist professioneller.
„Aus persönlichen Gründen“ reicht in vielen Fällen vollkommen aus.
Auch das Gegenteil ist nicht sinnvoll. Eine lange Erklärung über familiäre, gesundheitliche oder persönliche Probleme gehört nicht in eine Terminabsage.
Kurz, sachlich und höflich ist die bessere Strategie.
Wer eine Verschiebung verlangt, sollte möglichst auch zeigen, wann das Gespräch stattdessen stattfinden könnte.
Einmal kann jederzeit etwas dazwischenkommen. Mehrmaliges Verschieben kann dagegen den Eindruck erwecken, dass die Bewerbung keine hohe Priorität hat.
Wenn eine zweite Verschiebung tatsächlich unvermeidbar ist, sollten Sie besonders früh und persönlich kommunizieren.
Wenn Sie das Vorstellungsgespräch verschieben, sollte aus Ihrer Nachricht hervorgehen, dass Sie weiterhin Interesse an der Position haben.
Was tun, wenn Sie wegen eines anderen Vorstellungsgesprächs oder eines beruflichen Termins nicht können?
Sie müssen dem Arbeitgeber nicht sagen, dass Sie gleichzeitig mit anderen Unternehmen sprechen.
Gerade wenn Sie aktuell noch angestellt sind, kann eine Terminüberschneidung bei der Stellensuche vorkommen. Auch hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Verschiebung nicht wie mangelndes Interesse wirkt.
Hier sollten Sie zwischen Verschieben und Absagen unterscheiden.
Wenn Sie definitiv kein Interesse mehr an der Stelle haben, sollten Sie das Gespräch nicht einfach verschieben. Eine höfliche Absage ist dann die bessere Lösung.
Das ist wesentlich professioneller, als einen Termin unnötig zu verschieben.
Das hängt davon ab, wie kurzfristig die Verschiebung notwendig ist.
Mehrere Tage vorher: Eine E-Mail ist normalerweise ausreichend.
Am Vortag: E-Mail oder Telefon sind möglich.
Am gleichen Tag: Ein Anruf ist die bessere Variante.
Kurz vor Beginn des Gesprächs: Unbedingt direkt anrufen. Wenn Sie niemanden erreichen, sollten Sie zusätzlich eine E-Mail schicken.
Eine einmalige, gut kommunizierte Verschiebung muss sich nicht negativ auf Ihre Bewerbung auswirken.
Arbeitgeber wissen, dass Termine nicht immer planbar sind. Entscheidend ist, ob Sie zuverlässig und professionell kommunizieren.
Problematisch können dagegen folgende Situationen sein:
Eine Terminverschiebung ist deshalb nicht automatisch ein schlechtes Signal. Unprofessionelles Verhalten bei der Verschiebung kann jedoch zum Problem werden.
Natürlich kann auch der Arbeitgeber einen bereits vereinbarten Termin verschieben.
Als Bewerberin oder Bewerber sollten Sie möglichst flexibel reagieren. Eine Terminverschiebung durch das Unternehmen ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Auch auf Arbeitgeberseite können sich Termine, Prioritäten oder Verfügbarkeiten kurzfristig ändern.
Wenn Sie selbst zeitlich stark eingeschränkt sind, können Sie selbstverständlich ebenfalls konkrete Alternativen vorschlagen.
Wenn Sie Ihr Vorstellungsgespräch verschieben müssen, können Sie sich an diesen Grundsätzen orientieren:
Frühzeitig: Informieren Sie den Arbeitgeber, sobald Sie wissen, dass der Termin nicht möglich ist.
Persönlich: Bei kurzfristigen Absagen ist ein Telefonanruf die beste Wahl.
Kurz: Erklären Sie den Grund, ohne sich unnötig zu rechtfertigen.
Konkret: Schlagen Sie zwei oder drei neue Termine vor.
Verbindlich: Stellen Sie sicher, dass die vorgeschlagenen Termine tatsächlich für Sie passen.
Interessiert: Machen Sie deutlich, dass Sie weiterhin Interesse an der Stelle haben.
Professionell: Bleiben Sie höflich – auch wenn die Terminverschiebung für Sie unangenehm ist.
Ja. Eine einmalige Verschiebung ist grundsätzlich kein Problem, wenn Sie den Arbeitgeber rechtzeitig informieren und professionell kommunizieren.
Eine feste Frist gibt es nicht. Je kurzfristiger die Absage notwendig wird, desto wichtiger ist eine direkte Kommunikation. Bei einer Verschiebung am selben Tag sollten Sie möglichst anrufen.
Nein. Sie müssen keine privaten Details nennen. Eine kurze Begründung wie „aus persönlichen Gründen“ oder „aus terminlichen Gründen“ kann ausreichend sein.
Eine einmalige Verschiebung ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, dass Sie den Arbeitgeber frühzeitig informieren, sich für die Umstände entschuldigen und einen neuen Termin vorschlagen.
Informieren Sie den Arbeitgeber möglichst früh. Sie können beispielsweise schreiben: „Leider bin ich kurzfristig erkrankt und kann den vereinbarten Gesprächstermin nicht wahrnehmen. Ich würde mich freuen, wenn wir einen neuen Termin vereinbaren könnten.“
Ja. Wenn das Vorstellungsgespräch noch am selben Tag oder in wenigen Stunden stattfinden soll, ist ein Anruf in der Regel die professionellste Lösung. Eine zusätzliche E-Mail kann sinnvoll sein.
Krankheit, wichtige persönliche oder familiäre Gründe, berufliche Verpflichtungen, Unfälle oder kurzfristige Terminüberschneidungen können nachvollziehbare Gründe sein. Sie müssen dabei nicht alle persönlichen Details offenlegen.
Ideal sind zwei bis drei konkrete Alternativtermine. Dadurch erleichtern Sie dem Arbeitgeber die weitere Planung.
Ja. Sie müssen allerdings nicht erwähnen, dass Sie ein anderes Vorstellungsgespräch haben. Eine neutrale Begründung wie „aus terminlichen Gründen“ ist ausreichend.
Eine zweite Verschiebung kann einen ungünstigen Eindruck hinterlassen, insbesondere wenn sie kurzfristig erfolgt. Ist sie unvermeidbar, sollten Sie besonders früh und persönlich kommunizieren.
Dann sollten Sie das Vorstellungsgespräch nicht verschieben, sondern Ihre Bewerbung höflich zurückziehen. Eine klare Absage ist professioneller als ein unnötig verschobener Termin.
Ein Vorstellungsgespräch zu verschieben, ist kein Drama – wenn Sie es richtig machen. Informieren Sie den Arbeitgeber möglichst früh, bleiben Sie bei Ihrer Begründung kurz und sachlich und schlagen Sie direkt neue Termine vor.
Bei einer kurzfristigen Absage sollten Sie zum Telefon greifen. Vermeiden Sie Ausreden, unnötige private Details und vor allem ein Nichterscheinen ohne Nachricht.
Denn letztlich gilt: Nicht die Terminverschiebung selbst entscheidet über den Eindruck, sondern Ihr Umgang damit.