Die Gehaltsverhandlung gehört für viele Bewerbende zu den schwierigsten Momenten im gesamten Bewerbungsprozess. Wer sich jedoch gut vorbereitet, erhöht seine Chancen deutlich, ein attraktives Gehalt zu erzielen und gleichzeitig einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.
Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, steigenden Lebenshaltungskosten und transparenten Gehaltsinformationen im Internet wird das Thema Lohn zunehmend wichtiger. Arbeitgeber erwarten heute, dass Kandidatinnen und Kandidaten ihren Marktwert kennen und ihre Gehaltsvorstellungen nachvollziehbar begründen können.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten, welche Fehler Sie vermeiden sollten und mit welchen Strategien Sie Ihren Wunschlohn erfolgreich verhandeln können.
Das vereinbarte Einstiegsgehalt beeinflusst oft die gesamte weitere Lohnentwicklung. Viele spätere Gehaltserhöhungen orientieren sich am ursprünglichen Salär. Wer bereits beim Einstieg gut verhandelt, profitiert daher langfristig.
Zudem signalisiert eine sachliche und selbstbewusste Gehaltsverhandlung:
Diese Eigenschaften werden von vielen Arbeitgebern positiv bewertet.
Die meisten Fehler entstehen nicht während der Verhandlung, sondern bereits davor.
Bevor Sie eine Gehaltsvorstellung nennen, sollten Sie wissen, welche Löhne in Ihrer Branche, Region und Funktion üblich sind.
Berücksichtigen Sie dabei:
Wer beispielsweise in einer Grossstadt arbeitet, kann häufig mit höheren Löhnen rechnen als in ländlichen Regionen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Gehaltsniveaus zwischen IT, Gesundheitswesen, Industrie, Verkauf oder Verwaltung teilweise erheblich.
Fragen Sie sich:
Je konkreter Sie Ihren Mehrwert für das Unternehmen darstellen können, desto überzeugender wird Ihre Argumentation.
Legen Sie vor dem Gespräch drei Werte fest:
Wer diese Werte kennt, bleibt auch unter Druck souverän.
Grundsätzlich gilt: Das Gehalt sollte nicht das erste Gesprächsthema sein.
Zunächst möchten Arbeitgeber herausfinden:
Oft wird die Gehaltsfrage gegen Ende des Bewerbungsgesprächs angesprochen.
Falls Sie früh nach Ihren Vorstellungen gefragt werden, können Sie antworten:
So gewinnen Sie Zeit und erhalten zusätzliche Informationen für Ihre Argumentation.
Viele Bewerbende machen den Fehler, einen einzelnen Betrag zu nennen.
Besser ist die Angabe einer realistischen Gehaltsspanne.
Beispiel:
"Aufgrund meiner Erfahrung im Projektmanagement, meiner bisherigen Erfolge und der Anforderungen dieser Position sehe ich meine Gehaltsvorstellung im Bereich von 90'000 bis 98'000 Franken pro Jahr."
Dadurch:
Langjährige Erfahrung in vergleichbaren Positionen rechtfertigt häufig ein höheres Gehalt.
Beispiel:
"Durch meine achtjährige Erfahrung in der Leitung von Kundenprojekten kann ich vom ersten Tag an Verantwortung übernehmen."
Gefragte Kompetenzen erhöhen Ihren Marktwert.
Dazu zählen beispielsweise:
Konkrete Resultate überzeugen stärker als allgemeine Aussagen.
Beispiele:
Wer Personalverantwortung übernimmt oder strategische Aufgaben wahrnimmt, kann dies ebenfalls in die Verhandlung einbringen.
Viele Bewerbende nennen aus Unsicherheit einen zu niedrigen Betrag.
Das Problem:
Wer den Marktwert nicht kennt, verliert schnell an Glaubwürdigkeit.
Persönliche Ausgaben wie Miete, Familie, Lebenshaltungskosten oder was Bekannte bei andern Firmen verdienen sind keine überzeugenden Verhandlungsargumente und zeigen dem Arbeitgeber, dass sie sich nicht gut vorbeitet haben.
Arbeitgeber bezahlen für den Mehrwert, den Mitarbeitende schaffen!
Aussagen wie: "Unter diesem Betrag komme ich nicht."
können unnötig konfrontativ wirken. Besser ist eine sachliche und lösungsorientierte Kommunikation.
Nicht immer lässt sich das gewünschte Gehalt durchsetzen.
Dann lohnt es sich, über alternative Leistungen zu sprechen:
Die Gesamtvergütung kann dadurch deutlich attraktiver werden.
Berufseinsteigende verfügen oft noch nicht über umfangreiche Berufserfahrung. Dennoch sollten sie sich nicht unter Wert verkaufen.
Wichtige Argumente können sein:
Auch hier gilt: Eine gute Vorbereitung schafft Sicherheit.
Wer den Arbeitgeber wechselt, kann häufig eine Gehaltssteigerung erzielen.
Die Argumentation sollte sich jedoch stets auf den Mehrwert der neuen Position beziehen und nicht ausschliesslich auf das bisherige Gehalt.
Erfolgreiche Gehaltsverhandlungen basieren nicht auf Druck, sondern auf Professionalität.
Wichtig sind:
Wer seine Qualifikationen klar darlegt und gleichzeitig offen für Lösungen bleibt, erzielt meist die besten Ergebnisse.
Eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung beginnt lange vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch. Wer seinen Marktwert kennt, realistische Gehaltsvorstellungen entwickelt und diese nachvollziehbar begründen kann, verbessert seine Chancen auf ein attraktives Salär erheblich.
Statt das Thema Gehalt zu vermeiden, sollten Bewerbende die Verhandlung als Chance verstehen, ihren beruflichen Wert sichtbar zu machen. Mit einer professionellen Vorbereitung, einer klaren Strategie und überzeugenden Argumenten lassen sich häufig bessere Konditionen erzielen – und damit die Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Zukunft schaffen.