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Corporate Influencer: So werden Mitarbeitende zu Botschaftern

Bei der Bewerbung von Produkten und Leistungen setzen Unternehmen schon seit einigen Jahren verstärkt auf den Einsatz von Influencern. Corporate Influencer bewerben keine Produkte, sondern helfen Unternehmen dabei, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Ihr Einsatz lohnt sich, dabei sind aber einige Punkte zu beachten.
Veröffentlicht am 19.10.2020 von Südostschweizjobs.ch
Mitarbeitende als positive und glaubwürdige Botschafter des Unternehmens.
Bei der Bewerbung von Produkten und Leistungen setzen Unternehmen schon seit einigen Jahren verstärkt auf den Einsatz von Influencern. Corporate Influencer bewerben keine Produkte, sondern helfen Unternehmen dabei, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Ihr Einsatz lohnt sich, dabei sind aber einige Punkte zu beachten.

Natalie Wilke ist Teamleiterin Employer Branding in der Agentur für Employer Branding und Personalmarketing sowie Personalberatung DRSP Group mit Standorten in Luzern, in Norderstedt bei Hamburg und Frankfurt am Main.

Corporate Influencer sind Markenbotschafter, Meinungsführer beziehungsweise Multiplikatoren. Sie fungieren als Schnittstelle zur Öffentlichkeit und verhelfen ihrem Arbeitgeber zu mehr Reichweite und Resonanz. Dies tun sie insbesondere, indem sie unternehmensbezogenen Content in Sozialen Netzwerken teilen.

Wer eignet sich für diese Aufgabe?

Corporate Influencer sind in erster Linie ganz normale Mitarbeitende, die in ihrem Unternehmen und Bereich einen sehr guten Job machen. Da das Engagement auf rein freiwilliger Basis erfolgen sollte, kommt es vor allem auf die Eigenmotivation an. Aus Unternehmenssicht sind Mitarbeitende, die ohnehin schon eine Affinität für Social Media mitbringen und idealerweise bereits über ein gutes Netzwerk verfügen, am spannendsten. Deutlich entscheidender ist jedoch, dass sich die Mitarbeitenden mit dem Unternehmen identifizieren und Interesse daran haben, im Namen des Arbeitgebers Postings vorzunehmen.

Rahmenbedingungen schaffen

Ein absolutes Must-have für alle Unternehmen, die ein Corporate-Influencer-Programm ins Leben rufen möchten, sind Guidelines. Darin werden Mitarbeitende beispielsweise über «Dos and Dont’s» informiert. Gegebenenfalls bekommen sie auch einige rechtliche Hinweise und Richtlinien an die Hand. Wichtig bei der Erstellung der Guidelines ist vor allem, dass diese nur die wichtigsten Informationen enthalten und dementsprechend kurz gefasst sind. Denn ein umfassendes Pamphlet sorgt eher dafür, dass Mitarbeitende verschreckt werden. Wer nicht gleich aufwendige Coachings und Weiterbildungsmöglichkeiten zu diesem Thema realisieren kann, hat trotzdem die Chance, Mitarbeitende mit Tipps zu un-terstützen. Dazu kann das Unternehmen beispielsweise ein kurzes Manual zu geeigneten Kommunikationsanlässen und mit den wichtigsten Informationen zu den verschiedenen Kanälen zusammenstellen oder von einer Agentur aufbereiten lassen. 

Geeignete Kanäle und Inhalte

Postings von Corporate Influencern beschäftigen sich mit der eigenen Arbeit im Unternehmen. Beispielsweise bieten sie Einblicke in laufende Projektarbeiten, Team-Events und im beruflichen Kontext besuchte Veranstaltungen. Zu den attraktivsten Kanälen zählen LinkedIn, Xing, Twitter, Instagram und Facebook. Dabei nie vergessen: Tagging und Hashtags nutzen, um Inhalte für eine möglichst breite Masse sichtbar zu machen.

Vorteile von Corporate Influencern

Corporate Influencer bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile und sind mehr als ein kurzweiliger Trend. Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat aus Erkenntnissen einer Forschungsarbeit zum Thema «Kommunikation in der digitalen Transformation» eine Agenda formuliert, die unter anderem besagt: «Die Kommunikationsbefähigung der Mitarbeitenden im digitalen Zeitalter muss zu einem der wichtigsten Aufgabenfelder der Unternehmenskommunikation werden. […] Mitarbeitende mit Themen- und Kanalkompetenz sind die attraktivsten, weil authentischsten Botschafter für das Unternehmen.» Warum der Einsatz von Corporate Influencern hoch einzuschätzen ist, ist im Prinzip ganz einfach: Menschen interessieren sich stärker für andere Persönlichkeiten als für reinen Corporate Content. Dies bestätigen Studien wie beispielsweise das «Trust Barometer» der amerikanischen Kommunikationsagentur Edelman von 2020. Es zeigt auf, dass Externe den Aussagen von Fachexperten und 
Mitarbeitenden über ein Unternehmen deutlich mehr Vertrauen schenken als Kommunikationsabteilungen und Aussagen aus Chefetagen. 

Risiken eines Einsatzes

Allzu kritische Feedbacks oder gar Shitstorms aufgrund von Corporate-Influencer-Posts kommen selten vor. Nichtsdestotrotz sollten Unternehmen Mitarbeitenden raten, nie schnell und unüberlegt auf etwaige Kritik zu reagieren und im Zweifel einen internen Ansprechpartner zu konsultieren.

Bild: Pexel.com