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Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen dank Berufsabschluss

Veröffentlicht am 20.04.2024
Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen dank Berufsabschluss
Wer die beruflichen Fähigkeiten durch einen anerkannten Abschluss nachweisen kann, hat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, findet in der Regel eher eine Stelle und/oder erhält mehr Lohn. Zudem wird mit einem Berufsabschluss der Zugang zur höheren Berufsausbildung ermöglicht. Es gibt verschiedene Wege, um als Erwachsene oder Erwachsener einen Berufsabschluss zu erlangen.
von Petra Wyss, dipl. Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin beim Amt für Berufsbildung Graubünden

Ohne Ausbildung lässt sich in der Schweiz in verschiedenen Branchen eine Arbeit finden. Wer aber anspruchsvollere Arbeiten übernehmen oder eine Weiterbildung absolvieren möchte, kommt um eine berufliche Grundbildung oder allgemeinbildende Schule nicht herum. Diese sind auch im Erwachsenenalter möglich.
Erwachsene mit Berufserfahrung können einen Abschluss in der beruflichen Grundbildung erlangen. Drei Möglichkeiten führen zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) resp. zum eidgenössischen Berufsattest (EBA). Die Zulassung zu einzelnen Bildungsgängen der höheren Berufsbildung ist unter gewissen Voraussetzungen auch ohne berufliche Grundbildung möglich.
 
Berufsabschluss mit EBA oder EFZ
Die Voraussetzungen und das Vorgehen für die Erlangung eines Berufsabschlusses für Erwachsene mit EFZ oder zum EBA sind unterschiedlich. Es gibt dafür drei Optionen.
Die erste Option ist die direkte Zulassung zur Abschlussprüfung. Diese Erwachsenen müssen dazu mehrjährige Praxiserfahrung im angestrebten Beruf nachweisen. Zur Prüfungsvorbereitung können sie den Unterricht an einer Berufsfachschule sowie die überbetrieblichen Kurse (üK) besuchen. Dabei stehen sie mit ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber in einem regulären Arbeitsverhältnis. Es wird empfohlen, die Übernahme der üK-Kosten oder eine allfällige Verpflichtung nach Abschluss schriftlich festzuhalten.
Die zweite Option ist die Validierung von Bildungsleistungen. Dabei erstellen Erwachsene ein umfassendes Dossier über bereits erworbene Kompetenzen. Fehlende Kompetenzen können durch Nachqualifikationen erworben werden. Das Verfahren dauert in der Regel mehrere Jahre.
Für die ersten beiden Optionen wird eine Kostenbeteiligung von 500 Franken erhoben. Der Besuch einer Berufsfachschule ist für Personen mit Wohnsitz im Kanton Graubünden kostenlos (exklusiv Schul- und Unterrichtsmaterial, elektronische Geräte, Reise-, Verpflegung-, Unterkunftskosten sowie allfällige weitere Gebühren/Kosten). Der Besuch der überbetrieblichen Kurse (üK) wird, abzüglich einer Pauschale zu Lasten des Amts für Berufsbildung, den Teilnehmenden direkt in Rechnung gestellt.
Eine berufliche Grundbildung mit Lehrvertrag ist die dritte Option. Bei dieser Ausbildungsform handelt es sich um den klassischen Weg zum Berufsabschluss. Je nach Vorbildung ist eine Verkürzung möglich, respektive können einzelne Qualifikationsbereiche dispensiert werden. Der Besuch der Berufsfachschule ist kostenlos (exklusiv Schul- und Unterrichtsmaterial, elektronische Geräte, Reise-, Verpflegung-, Unterkunftskosten sowie allfällige weitere Gebühren/Kosten). Die Kosten der überbetrieblichen Kurse (üK) werden vom Ausbildungsbetrieb übernommen.
 
Möglichkeiten der höheren Berufsbildung
Für bestimmte Abschlüsse der höheren Berufsbildung ist es möglich, ohne berufliche Grundbildung zur Berufsprüfung oder zur Höheren Fachprüfung zugelassen zu werden, wenn in diesem Bereich langjährige einschlägige Berufspraxis nachgewiesen werden kann.

Die eigene berufliche Situation zu überprüfen lohnt sich immer
Das Amt für Berufsbildung bietet nebst Berufs- und Studienberatungen für Jugendliche auch Laufbahnberatungen für Erwachsene an.

Weitere Informationen unter:
www.berufsbildung.gr.ch
www.viamia.ch
www.berufsberatung.ch

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