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Interkulturelle Kompetenz – vom Erleben zur Handlungskompetenz

Veröffentlicht am 28.08.2023
Lore Schmid ist Geschäftsführerin/Inhaberin von Linguaservice in Chur und Projektleiterin von Erasmus plus Projekten.
Austauschprogramme erweitern nicht nur die Sprachkenntnisse sondern können auch die Kompetenz für eine globalisierte, sich ständig verändernde Arbeitswelt fördern. Dies nicht nur im beruflichen Bereich sondern auch als Privatperson, indem Kreativität, Innovationsfähigkeit, Teamfähigkeit, vernetztes Denken und Flexibilität verbessert werden, Kompetenzen also, die generell Integration in die Gesellschaft erfolgreicher machen. 

von Lore Schmid, Geschäftsführerin/Inhaberin von Linguaservice in Chur und Projektleiterin von Erasmus plus Projekten

Aber, interkultureller Kontakt führt nicht automatisch zu interkulturellem Verständnis sondern sogar häufig zum Gegenteil, indem Stereotype und Vorurteile bestätigt werden. Ohne gezielte Reflexion der eigenen und fremden Kultur und ohne interkulturelles Wissen ist Verstehen und die eigene Entwicklung nicht möglich. 

Wie wird Kultur gelernt?

Mit der Geburt wird man Teil von sozialen Gemeinschaften: Zunächst in der Familie, später in Netzwerken von Freunden, Freizeit und des beruflichen Umfeldes. Alle diese Gemeinschaften haben implizite und explizite Regeln die erlernt, befolgt, hinterfragt oder sogar übertreten oder verändert werden. Auch findet eine ständige Beeinflussung dieser sozialen Gemeinschaften durch das aktuelle Umfeld (den gesellschaftlichen Kontext) statt. Kulturen sind also nie starr, sondern in einem Zustand ständiger Veränderung. Menschen managen tagtäglich verschiedene kulturelle Identitäten und sind geübt darin, diese bewusst oder unbewusst zu erlernen.

Sich Handlungskompetenzen aneignen

Nicht unähnlich vorherigen Veränderungen im Leben, sei es Eintritt in eine neue Schule/Klasse, ins Berufsleben oder in einen Verein, durchläuft bei einem Auslandaufenthalt jede Person einen Anpassungsprozess, basierend auf oft unbewussten Lernprozessen. Wenn man sich dessen bewusst ist versteht man auch, dass es Höhen und Tiefen bei diesem Lernprozess geben wird. Dass es andere kulturelle Werte, Normen und Regeln gibt, die in das eigene Handeln integriert werden müssen, um unklare Situationen und irritierende interkulturelle Begegnungen zu verstehen. So wird es möglich, Missverständnisse auf neutrale Art und Weise zu analysieren und fernab von Vorurteilen Raum für Offenheit und ein besseres Verständnis für kulturelle Unterschiede zu schaffen.

Die Perspektive wechseln

Die Fähigkeit die Perspektiven zu wechseln und in das eigene Handeln zu integrieren ist nicht in einem Ferienaufenthalt möglich der keine oder nur einseitige Immersion in die andere Kultur bietet. Voraussetzung für ein echtes Kennenlernen des Landes und der Menschen ist eine nicht nur auf die Freizeit beschränkte Interaktion mit Einheimischen d.h. zusammen leben und zusammen arbeiten. 
Für Berufsleute gibt es diese Möglichkeit während der Lehre (KV) oder im Jahr nach der Lehre (fast alle Berufsgattungen). Das vom Bund finanziell unterstützte Schul- und Praktikumsprogramm Erasmus plus bietet in einem EU Land nach Wahl die einmalige Chance, das Wissen um die eigenen und fremden kulturellen Werte, Normen und Regeln zu erweitern und damit nicht nur kulturelle Kompetenz sondern auch Selbstmanagement, Selbstsicherheit und Umgang mit Unsicherheit zu verbessern. 

Das Auslandspraktikum
Die Abwicklung erfolgt durch die Nationale Agentur «Movetia» im Namen der Schweizerischen Stiftung für die Förde-rung von Austausch und Mobilität (SFAM). 
LinguaService ist Projektträger und Kontakt für Beratung und Anmeldung. 

Poststrasse 22 
7000 Chur 
Telefon 081 353 47 85 
info@linguaservice.ch 
www.linguaservice.ch 

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