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Stress schadet nicht nur der Gesundheit sondern auch dem Portemonnaie

Veröffentlicht am 12.05.2023
Stress führt nicht nur zu gesundheitlichem Schaden, sondern auch zu finanziellem.
Das Thema Gesundheit im unternehmerischen Kontext beschäftigt viele Unternehmen. Dabei stellt sich auch die Frage, wie sich der arbeitsbezogene Stress auf die Gesundheit und Produktivität der Erwerbstätigen auswirkt. Antworten darauf gibt der Job-Stress-Index. 

von  Manuela Widera, selbstständige Organisationsberaterin und Coach BSO sowie akkreditierte Beraterin von Gesunheitsförderung Schweiz und Inhaberin von Soluziuns-Solutions. 

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz ermittelt in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) seit 2014 regelmässig vier Kennzahlen zu arbeitsbezogenem Stress und zu dessen Zusammenhang mit der Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen in der Schweiz. Die Zahlen beruhen auf einer repräsentativen Befragung. Die Stichprobe umfasst 3022 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren aus der deutsch-, französischen und italienischsprachigen Schweiz. Die Befragung wurde im Februar 2022 analog zu Befragungen in den Vorjahren durchgeführt. 

Stress kostet nicht nur die Gesundheit

Der Job-Stress-Index zeigt das durchschnittliche Verhältnis von arbeitsbezogenen Belastungen und Ressourcen der Erwerbstätigen in der Schweiz. Dieses liegt im Jahr 2022 bei 50.66, was ein im Mittel ausgeglichenes Verhältnis von Ressourcen und Belastungen anzeigt. Während sich der Wert im Vergleich zu 2020 kaum verändert hat, ist er immer noch deutlich ungünstiger als in den Jahren 2014 und 2016. 
Der Anteil der Erwerbstätigen, deren Job-Stress-Index sich im kritischen Bereich befindet beträgt 28.2 Prozent. Diese Erwerbstätigen verfügen über deutlich mehr Belastungen als Ressourcen. Jene Mitarbeitende leiden zum Beispiel in hohem Mass unter Zeitdruck, Konflikten bei der Arbeit, einem Mangel an Handlungsspielraum oder allgemeiner Wertschätzung.
Besteht das Ungleichgewicht zwischen Belastungen und Ressourcen über einen längeren Zeitraum, kann sich dies nachhaltig negativ auf die Gesundheit auswirken. Ein Indikator dafür ist die emotionale Erschöpfung. Der Anteil der Erwerbstätigen, die sich emotional erschöpft fühlen übersteigt mit 30.3 Prozent erstmals seit 2014 die 30 Prozent-Marke. Das ökonomische Potenzial, das sich durch die Reduktion von arbeitsbezogenem Stress ergeben kann, liegt bei 6.5 Milliarden Franken. Diese Zahl zeigt, wie viel arbeitsbezogener Stress die Wirtschaft jährlich kostet.

Die jungen Mitarbeitenden sind gestresst

Im Job-Stress-Index zeigen sich Unterschiede in Abhängigkeit vom Alter, der Branche und der Funktion. In Bezug auf das Alter zeigt sich im Jahr 2022, wie auch in früheren Erhebungen, dass der Job-Stress-Index mit zunehmendem Alter günstiger wird. Das heisst, dass der Job-Stress-Index bei jungen Mitarbeitenden schlechter ist. So ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf die psychische Gesundheit allgemein, aber insbesondere von jungen Mitarbeitenden zu legen. 
Um zu erfahren, wie es um den Job-Stress-Index im eigenen Unternehmen steht, stellt Gesundheitsförderung Schweiz das Online-Befragungstool Job-Stress-Analysis zur Verfügung. Dies ermöglicht Unternehmen, sich mit der restlichen Schweiz zu vergleichen und zu erkennen, wo es Potenzial für Verbesserungen gibt.

Gesundheitsmanagement kann helfen

Das nach wie vor hohe Niveau des Job-Stress-Index und der stetige Anstieg der emotionalen Erschöpfung sollten als Warnsignal verstanden werden. Es bleibt wichtig, Belastungen am Arbeitsplatz zu erkennen und mit zielgerichteten Massnahmen zu minimieren, aber auch Ressourcen zu fördern. Ein systematisches Betriebliches Gesundheitsmanagement kann zudem ganzheitlich helfen, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten und zu steigern, was gerade in Zeiten von Fachkräftemangel zentral ist.

Soluziuns-Solutions
Soluziuns-Solutions unterstützt Firmen beim Aufbau und Weiterentwickeln des Betrieblichen Gesundheitsmanagements vom Konzept über Mitarbeitendenbefragungen zu Belastungen und Ressourcen im Arbeitsumfeld bis zum Umsetzen von Massnahmen auf Führungs- und Teamebene. Dadurch wird ein Beitrag zur Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden geleistet. 
Weitere Kernkompetenzen von Soluziuns-Solutions sind die externe Mitarbeitendenberatung sowie Führungscoachings, auch zum Thema lösungsorientierte Mitarbeitendengespräche.
www.soluziuns-solutions.ch

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