Onlinekurse: Überlebenshilfe für Sprachschulen oder Chance für Lernende?

Sprachschulen weltweit haben ein katastrophales Jahr hinter sich. Einige innovative, mutige hatten zwischendurch immer wieder geöffnet, andere haben seit März 2020 geschlossen und planen erst im Mai dieses Jahres wieder zu öffnen. Allen gemeinsam ist die mehr oder weniger schnelle Entwicklung von Onlineprogrammen, die überraschend viel Kreativität offenbart.
Veröffentlicht am 19.03.2021 von Südostschweizjobs.ch
Mit der Welt verbunden: Auch dank Onlinesprachkursen lassen sich Lernerfolge verbuchen und die besonderen Eigenheiten eines Ziellandes ergründen.
Sprachschulen weltweit haben ein katastrophales Jahr hinter sich. Einige innovative, mutige hatten zwischendurch immer wieder geöffnet, andere haben seit März 2020 geschlossen und planen erst im Mai dieses Jahres wieder zu öffnen. Allen gemeinsam ist die mehr oder weniger schnelle Entwicklung von Onlineprogrammen, die überraschend viel Kreativität offenbart.

von Lore Schmid, Inhaberin von Lingua Service, Poststrasse 22 in 7000 Chur

Wie unterscheiden sich die «neuen» Onlinekurse von Computer-Sprachprogrammen, die bereits vor der Pandemie bestanden haben? Einer der wichtigsten Unterschiede ist, dass die «neuen»  Onlinekurse dem Präsenzunterricht viel näher kommen. Die Schüler/die Studierenden sind Teil einer Klassengemeinschaft. Sie entscheiden sich bei der Buchung für Intensität – täglich oder wöchentlich – sowie die Tageszeit. Genau wie bei einem Sprachkurs hierzulande oder im Ausland. 
Die Lehrpersonen unterrichten normalerweise an Sprachschulen im Ausland. Darum ist der Kursteilnehmer zeitlich flexibel, da er eine Schule in Europa, USA oder Kanada auswählen kann. Die Sprachkurse werden mithilfe von modernsten Onlinetools durchgeführt, meist mit Unterstützung von Zoom, Skype oder schuleigenen Lernprogrammen. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt auf der Interaktion zwischen Lehrer und Studenten. Es entsteht also – wie in einer Klasse – eine Lerncommunity, mit der man gelegentlich sogar eine gemeinsame Kaffeepause macht. Die von Sprachlernsoftware bekannten Vokabeltrainer, Grammatiktester etc. stehen als Ergänzung zur Verfügung und können für das Selbststudium genutzt werden. Entsprechende Empfehlungen werden durch die Lehrperson im Klassenunterricht gegeben oder an individuellen «Treffen» erarbeitet.

Mehrwert für den Lernerfolg

Die Kombination von Präsenzklassen und Selbstlernphasen bietet eine Lernstruktur, welche für die meisten Lernenden notwendig ist. Denn für ein reines Selbststudium benötigen diese hohe Motivation und Durchhaltewillen. Nicht zuletzt darum, weil die Lernenden ihre Aufmerksamkeit und Lernschwerpunkte steuern und regelmässig und diszipliniert arbeiten müssen – das ohne ein persönliches Feedback zu erhalten. 
In den Präsenzklassen wird die Aufmerksamkeit durch den Lehrer und die gemeinsamen Aktivitäten gesteuert. So kennen alle Lernenden das kurzfristige Lernziel. Durch die Einbindung in eine Gruppe und die aktive Teilnahme am Unterricht wird u.a. auch das Zeitmanagement für das Erreichen des Ziels vorgegeben und nicht zu viel unnötige Energie in kraftraubenden Selbst-Lernphasen aufgebraucht.

Anreize für Sprachaufenthalte 

Diplomkurse können als Onlinekurs gestartet werden und dann vor Ort bis zum Abschluss weitergeführt werden. Natürlich kann auch die gesamte Diplomvorbereitung online gemacht werden. Bucht man bei einer Sprachschule im Ausland, so erhält man neben der internationalen Interaktion mit Studenten aus aller Welt auch den kulturellen Input direkt aus dem Zielland. 
Ist ein späterer Besuch in diesem Land geplant, so ist das zusätzlich motivierend und bietet Vorfreude auf spätere Reisen. 

Bild: 123rf