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Ein ressourcenorientiertes Profil, um die Eingliederungsrate zu erhöhen

Arbeitsmarktthemen 03. April 2018
Ein ressourcenorientiertes Profil, um die Eingliederungsrate zu erhöhen
Arbeitgeber, Ärzte und Bund lancieren erstmals ein gemeinsames Instrument zur beruflichen Eingliederung. Auch auf kantonaler Ebene setzen sich die Arbeitgeberverbände, der Bündner Ärzteverein, der Bündner Heim- und Spitalverband sowie die Suva und die IV-Stelle für die Etablierung des ressourcenorientierten Eingliederungsprofils (REP) ein. 
von Thomas Pfiffner
 
Die missglückte berufliche Eingliederung von erkrankten, verunfallten oder handicapierten Mitarbeitenden hat schwerwiegende Folgen für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Der Verein Compasso hat unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV, Ärztevereinigungen und Inclusion Handicap ein neues Instrument entwickelt und validiert, um die Eingliederungsrate weiter zu erhöhen. Entstanden ist das webbasierte ressourcenorientierte Eingliederungsprofil REP, das sich am spezifischen Arbeitsumfeld orientiert und erstmals auch psychosoziale Aspekte berücksichtigt.
 
Wie funktioniert REP?
In 80 Prozent der Fälle wird im heutigen Arztzeugnis eine Arbeitsunfähigkeit von 0 oder 100 Prozent bescheinigt. Eine Teilarbeitsunfähigkeit wird oft gar nicht in Erwägung gezogen. Mit dem erwähnten Eingliederungsprofil steht erstmals ein Instrument zur Verfügung, welches aufzeigen kann, wie und in welchem Ausmass Betroffene möglichst rasch wieder im Betrieb arbeiten können.
Als Basis des REP halten die Arbeitgeber online die Arbeitsplatzanforderungen fest. So entsteht eine detaillierte Arbeitsplatzbeschreibung in Form eines Eingliederungsprofils, das sowohl durch den Arbeitgeber als auch durch den Arbeitnehmenden unterzeichnet wird. Dieses Eingliederungsprofil nimmt der Betroffene zum nächsten Arztbesuch mit.
Mit den vorliegenden Detailkenntnissen zum Arbeitsplatz beurteilt die behandelnde Ärztin beziehungsweise der behandelnde Arzt, inwieweit es einem Patienten möglich ist, die Anforderungen zu erfüllen oder unter welchen Bedingungen und in welchem Ausmass eine Tätigkeit im Betrieb möglich ist.
 
Informationen für Integration
Durch diesen neuartigen Austausch zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Ärzteschaft kann die Leistungsfähigkeit des Mitarbeitenden sehr präzise eruiert werden. Damit entstehen zusätzliche Möglichkeiten für eine berufliche Eingliederung, ohne dass die Regeln der ärztlichen Schweigepflicht verletzt werden. Vielmehr erhält ein Arzt die Möglichkeit, wichtige Hinweise anzubringen, die für eine erfolgreiche Eingliederung im Betrieb hilfreich sind. Der Arbeitnehmer profitiert von diesen Angaben, weil er so möglichst rasch wieder ins Berufsleben integriert wird. Das REP und weitere Informationen finden Sie unter www.compasso.ch
 
Thomas Pfiffner ist Leiter der IV-Stelle und Mitglied der Direktion der SVA Graubünden.
 
Bildlegende: Kranken, verunfallten oder handicapierten Menschen bei der beruflichen Wiedereingliederung helfen – mit einem neuen Instrument.                                                                                 Bild Rainer Sturm/pixelio.de
 
Verein Compasso
Der Verein betreibt ein Portal für Arbeitgeber zu Fragen der beruflichen Eingliederung an der Schnittstelle von Arbeitgebern, Betroffenen, IV, Suva, Privatversicherern, Pensionskassen und weiteren involvierten Stellen und Beteiligten. Compasso ist breit abgestützt, zählt bereits über 70 Mitglieder und steht unter dem Patronat des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes.
Compasso sorgt für eine verbesserte Zusammenarbeit aller an der beruflichen Eingliederung beteiligten Interessengruppen und investiert in die Vereinfachung von Abläufen und Prozessen. Mit praxistauglichen Instrumenten und Informationen wird insbesondere auch der KMU-Wirtschaft die berufliche Eingliederung erleichtert.

 

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