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Wie man nicht von einem Roboter ersetzt wird

Die Digitalisierung schreitet mit grossen Schritten voran. Branchen, die Jahrzehnte grosse Gewinne erzielten, stehen unter massivem Druck und müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Ersetzen tatsächlich schon bald Roboter die Menschen? Es gibt aber Möglichkeiten, sich unersetzbar zu machen. 
Veröffentlicht am 04.02.2019 von Südostschweizjobs.ch
Übernehmen Roboter die Jobs der Menschen
Die Digitalisierung schreitet mit grossen Schritten voran. Branchen, die Jahrzehnte grosse Gewinne erzielten, stehen unter massivem Druck und müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Ersetzen tatsächlich schon bald Roboter die Menschen? Es gibt aber Möglichkeiten, sich unersetzbar zu machen. 

von Mathias Brändli, Dozent und Leiter Marketing an der IBW Höhere Fachschule Südostschweiz
 
Der Roboter, der 100-mal genauer operiert als der beste Chirurg der Welt – und dies erst noch rund um die Uhr. Die Maschine, die mit ihrer unaufhaltsam wachsenden Künstlichen Intelligenz die analytischen Kompetenzen eines Top-Bankers vergessen lässt.

Schlaue Hard- und Software, die automatisiert einen Grossteil aller Fertigungsberufe zerstören, weil sie zuverlässiger sind, nie Ferien brauchen, stets die beste Qualität garantieren und auch nie einen Schnupfen haben.

Digitalisierung als Schreckgespenst

Die Beispiele, wie die Digitalisierung traditionelle Geschäftsmodelle an die Wand fährt, sind für viele Menschen Schreckgespenste – der Vollzug der digitalen Revolution. Das Internet der Dinge hat das Potenzial, eine ganze Reihe an Branchen wegzufegen. Big Data analysiert komplexeste Sachverhalte und übernimmt Aufgaben im Handel, in HR-Abteilungen und Sicherheitsunternehmen. 3-D-Druck und virtuelle Realität stellen die Baubranche auf den Kopf.
Je nach Studie gelten für die nächsten Jahrzehnte zehn bis gegen 50 Prozent aller Arbeitsstellen als «gefährdet». Besonders gut ersetzbar sind Tätigkeiten, die sich wiederholen. Aber auch andere, gut qualifizierte Arbeiter sind auf der Liste der gefährdeten Menschenarten, z. B. Steuerberater. Dem einstigen Apple-Visionär Steve Jobs wurde schon vor Jahren das radikale Zitat zugeschrieben: «Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.» Dann schnallen wir uns mal besser an, oder?

Mensch versus Maschine?

Noch gibt es Menschen, die glauben nicht an diese Entwicklung – und schon gar nicht, dass sich die Digitalisierung so schnell durchsetzen wird.
Da machen z. B. Taxiunternehmen, Reisebüros oder Medienverlage ganz andere Erfahrungen, wie sich die digitale Realität auf ihre Branche auswirkt. Oder wissen Kinder noch, was ein Telefonbuch ist oder eine Landkarte?
Machen wir uns nichts vor: Nur weil in Graubünden die Uhren etwas langsamer ticken, ist es sehr gefährlich zu glauben, die Digitalisierung sei nur ein Sturm, der in den Grossstädten tobe und an der heilen Bündner Bergwelt vorbeiziehe.
Wem diese Schauermärchen noch immer keine Angst einjagen, der ist entweder eine unerschrockene Frohnatur, ein Mensch mit Spezialistenkönnen oder jemand, der zuversichtlich ist, dass irgendwann das bedingungslose Grundeinkommen fürs Überleben sorgen wird. Sicher scheint, dass alte Tugenden wie Fleiss und Gehorsam an Bedeutung verlieren, dafür Kreativität, Eigeninitiative und die Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnen werden – Fähigkeiten, bei denen der Mensch der Maschine (noch) überlegen ist.

Zukunft annehmen, lebenslang lernen

Der Übergang in eine digitalisierte Welt geschieht nicht von einem Tag auf den andern, sondern setzt sich schleichend fort und nimmt einen immer grösseren Platz in der Gesellschaft ein.

Was ist zu tun? Wie kann man sich gegen die nahenden Terminators zur Wehr setzen?

Panik nützt nichts, weil die Digitalisierung auch neue Jobs (und neue Lebensmodelle) schafft. Die Menschen von morgen werden aber mehr denn je gefordert sein, sich lebenslang weiterzuentwickeln, in Bewegung zu bleiben, sich durch Weiterbildungen stetig neues Wissen und Können anzueignen und neue Entwicklungen zwar kritisch zu beurteilen, aber nicht aus Prinzip abzulehnen. Denn der Zug ist nicht aufzuhalten. Vor 100 Jahren wurde in Graubünden auch das Auto als «Maschinenmonster» verteufelt. Wer will heute darauf verzichten?
 
 
Bild zVg