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Mit fortschrittlichen Arbeitsmodellen die Zukunft sichern – Umdenken ist gefragt

Arbeitsmarktthemen 15. Januar 2018
Mit fortschrittlichen Arbeitsmodellen die Zukunft sichern – Umdenken ist gefragt
Im Spannungsfeld zwischen der rasanten Entwicklung in der Digitalisierung und den gesetzlichen Rahmenbedingungen sind viele Unternehmen stark gefordert. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist es unerlässlich, dass Firmen und Betriebe umdenken und ebenfalls ihre Organisation proaktiv auf die Zukunft vorbereiten – nicht zuletzt, um die passenden Mitarbeitenden zu gewinnen und diese an das Unternehmen zu binden. 
von Susanne Keller

Politisch hinkt die Schweiz in Sachen fortschrittliche Arbeitsmodelle zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Talentförderung oder berufsbegleitenden Studien noch hinterher. So wurde zum Beispiel die Initiative zur Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs im Oktober vom Bundesrat abgelehnt, auf die Ausarbeitung eines Gegenentwurfs wurde verzichtet.
 
Neue Arbeitsmodelle bringen Vorteile
Glücklicherweise sind Unternehmen frei in der Gestaltung und Entwicklung ihrer Arbeitsmodelle. Die fortschreitende Digitalisierung in allen Bereichen des Lebens wird mit Sicherheit eine vermehrte Vermischung von Beruf und Freizeit mit sich bringen. Standort-, zeit- und geräteun-abhängiges Arbeiten ist heute bereits vielerorts der Normalfall. Diese rasante Entwicklung wird in den kommenden Jahren viele weitere Möglichkeiten hervorbringen, an die wir heute noch gar nicht denken.
Unternehmen, die ihre Abläufe und Organisation bis dahin entsprechend vorbereitet und angepasst haben, werden einen massiven Vorteil haben, denn sie werden Mitarbeitende leichter gewinnen und an sich binden können und somit eine bessere Position auf dem Arbeitsmarkt besetzen.
 
Grossfirmen gehen voran …
Damit dieser Vorteil realisiert werden kann, ist ein Umdenken unabdingbar. Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihre Arbeitsmodelle im Betrieb wesentlich attraktiver zu gestalten, als es die Gesetzgebung vorgibt. Damit können sie  von den zahlreichen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung nur profitieren.
Viele Unternehmen haben bereits auf das veränderte Bedürfnis der Mitarbeitenden und auf die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt reagiert. Grossfirmen wie die UBS, Migros oder Johnson & Johnson haben ihre Regelungen zum Vaterschaftsurlaub angepasst, indem sie befristet eine Pensumsreduktion garantieren, unbezahlten Urlaub gewähren oder den Vaterschaftsurlaub verlängern.
 
… aber auch KMU sind gefordert
Aber nicht nur grosse Firmen haben die Möglichkeit, sich den veränderten Bedingungen und Bedürfnissen anzupassen. Auch KMU können mit der Zeit gehen und fortschrittliche Arbeitsmodelle anbieten. So arbeitet zum Beispiel beim IT-Dienstleister Inventx ein Viertel der Belegschaft in einem Teilzeitpensum. Der bezahlte Vaterschaftsurlaub beträgt fünf Tage. Es besteht zudem die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu nehmen, auch zur Verlängerung des Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaubs. Grundsätzlich haben Mitarbeiterinnen nach der Mutterschaft die Möglichkeit, weiterzuarbeiten. So nehmen mehrere Mütter mit zum Teil geringem Arbeitspensum verantwortungsvolle Funktionen wahr.
Mit dem Kauf von Ferien können Mitarbeitende des Weiteren ihren Urlaubssaldo erhöhen und damit Beruf, Freizeit und/oder Weiterbildung optimal vereinen. Das standort-, zeit- und geräte-unabhängige Arbeiten ist für den IT-Dienstleister schon lange eine Selbstverständlichkeit.
Gerade in Graubünden, wo der Fachkräftemangel stark zu spüren ist, sind fortschrittliche Arbeitsbedingungen ein wichtiger Schlüssel des Erfolgs.
 
Susanne Keller ist Leiterin Human Resources bei der Inventx AG Chur.
 
Bild Archiv Somedia
 

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