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Industrie 4.0 – Auswirkungen auf Ingenieurberufe

Arbeitsmarktthemen 08. Dezember 2014
Industrie 4.0 – Auswirkungen auf Ingenieurberufe - suedostschweizjobs.ch
Die neuen Technologien erfordern interdisziplinäre Entwicklung und Verständnis. Neue, projektbezogene Beschäftigungsformen gewinnen an Bedeutung, die Hochschulen reagieren mit entsprechenden Studiengängen.
Von Ingrid Braun*
 
Der Ausdruck «vierte industrielle Revolution» deutet auf einen radikalen Wandel der Produktionstechnik hin. Zwar werden die Auswirkungen dieses Wandels rückblickend den Charakter einer Revolution aufweisen, jedoch nur allmählich Einzug in die bestehenden Produktionsbetriebe halten. Der Weg zum Leitbild Industrie 4.0 wird evolutionär verlaufen – wie schon bei den bisherigen industriellen Umbrüchen der Produktionstechnik.
 
Vom Dampf zu neuartigen Systemen
Die Erfindung der Dampfmaschine markiert den Beginn der ersten industriellen Revolution. Erstmalig wurde menschliche Arbeitskraft in den Fabriken durch mechanische Produktionsanlagen ersetzt. Damit war es Ende des 18. Jahrhunderts möglich, schneller und in grösseren Stückzahlen zu produzieren als jemals zuvor. Der Zugang zu elektrischer Energie und die Einführung des Fliessprinzips stehen für die zweite industrielle Revolution. Anfang des 20. Jahrhunderts konnten durch die Fliessbandfertigung viele Arbeitsschritte in einzelne Prozesse unterteilt, Mitarbeiter spezialisiert und die Produktionskosten deutlich reduziert werden. In den frühen 70er-Jahren hielt die Automatisierung Einzug in die Produktion. Kunden verlangten nach einer grösseren Vielfalt an qualitativ hochwertigen Produkten. Möglich wurde dies durch den Einsatz von Elektronik und Informationstechnologien in der Fertigung. Manuelle Arbeitsschritte wurden von Maschinen übernommen – der Beginn der dritten industriellen Revolution. 
 
Die Hochschulen bereiten sich vor
Heute befinden wir uns an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution – auch als Industrie 4.0 bezeichnet. Intelligente, vernetzte technische Systeme sollen diesen Wandel einleiten. Der Grundstein hierfür wurde bereits vor Jahren durch parallele Entwicklungen in Elektronik, Softwaretechnik, Vernetzung und Mechatronik gelegt. Diese Evolution verlangt von den Ingenieurswissenschaften anbietenden Hochschulen spezialisierte Studiengänge für die angehenden Ingenieure. In der Praxis arbeiten die Universitäten und Fachhochschulen eng mit der Wirtschaft zusammen. Inhalte wie künstliche Intelligenz, objektorientierte Programmierung, schnelle Vernetzung, offene Standards, Kontexteinbindung in Echtzeit und autonomes Verhalten werden in den Studiengang eingearbeitet. Informatik wird zum wesentlichen Bestandteil des Studiums wenn Machine-to-Machine-Communication und Cyber-Physical- Systems in den kommenden Jahren Standard werden. (Quellen: Bundesministerium für Bildung und Forschung Deutschland, Fraunhofer IPT, ingenieur.de)
 
* Ingrid Braun ist verantwortlich für  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Trumpf Grüsch, Ingrid.braun@ch.trumpf.com

Bildlegende: Evolutionäre Entwicklung der Industrie 4.0 – mit Auswirkungen für die Ausbildung bei den Ingenieurberufen.
Bild Archiv Keystone

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