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Wieder einmal offline sein

Arbeitsmarktthemen 24. Februar 2014
Digitale Medien - Wieder einmal offline sein - suedostschweizjobs.ch
Digitale Medien mit der damit einhergehenden ständigen Erreichbarkeit bestimmen das moderne Leben. Dabei hat diese technische Errungenschaft nicht nur Vorteile. Entsprechend wächst der Wunsch, gelegentlich offline zu sein, um Zeit für wichtige Dinge im Leben zu gewinnen.
 
Von Sonja Schwendeler*
 
Es gehört mittlerweile zum guten Ton, immer und überall online zu sein. Dank Smartphone, Tablet oder Laptop können E-Mails jederzeit abgerufen werden, um mit Chefs, Arbeitskollegen, Freunden und der Familie in Kontakt zu stehen. Brauchen wir Antworten auf unsere Fragen, googeln wir, möchten wir etwas Bestimmtes mit anderen teilen, helfen uns die sozialen Medien. Diese digitale Verbundenheit mit dem Rest der Welt hat ganz viele Vorteile. Es lässt sich effizienter arbeiten, Kontakte können gepflegt werden, und nicht nur das Informationsbedürfnis lässt sich leicht stillen – auch der Wunsch nach Unterhaltung kann dank Online-Medien problemlos erfüllt werden.
 
Entspannung ist schwierig
Auch in den Ferien möchten viele Menschen nicht aufs Internet verzichten. Vielleicht, weil ihre Arbeitgeber  erwarten, immer erreichbar zu sein. Häufig aber auch, weil man sich gar nicht mehr vorstellen kann, vollständig offline zu sein. Echte Entspannung aber ist schwierig, wenn man immer wieder die Geschäftsmails abruft. Selbst wenn man sich ganz bewusst für einen Offline-Urlaub entscheidet, ist es gar nicht so einfach. Es ist anstrengend, der Versuchung zu widerstehen, wenn die Möglichkeit vorhanden ist.
 
Digitale Entgiftung
Jetzt gibt es aber auch für dieses Problem eine Lösung. In der Steiermark in Österreich bieten Hotels den sogenannten «Offline-Urlaub» an: Handy und Computer, aber auch Radio und Fernseher sind tabu. Sogar auf den Wecker im Zimmer darf und muss verzichtet werden. Im Gegenzug sollen die Touristen zur Ruhe kommen und Entspannung finden.
In der Karibik wird versucht, den Gästen mit einer digitalen und technischen Entgiftung ein völlig neues Feriengefühl zu verleihen, und im Bundesstaat New York hat ein Hotel ein Check-in-to-Check-out-Arrangement im Angebot. Hotelgäste können ihre eigenen elektronischen Geräte an der Réception abgeben und sich dafür mit Yoga, Lesen, Wandern und vielen anderen entspannenden Tätigkeiten beschäftigen. Dass diese Entwicklung auch Formen der eher speziellen Art annehmen kann, zeigt sich an einem Restaurant in New York. Im «Eat» fliegt der Gast nämlich nicht nur raus, wenn er während des Essens telefoniert, sondern auch, wenn er spricht. Ganz so radikal muss der Verzicht auf Kommunikation aber nicht sein. Es genügt, wenn man sich hin und wieder ganz bewusst dafür entscheidet, für eine Weile offline zu bleiben. Vielleicht, um dabei festzustellen, dass man plötzlich ganz viel Zeit für Dinge im Leben hat, die zwar nicht virtuell, deswegen aber nicht weniger wichtig sind.
 
* Sonja Schwendeler ist Geschäftsführerin Swisspersonal AG in Chur Telefon 081 258 48 38, info@swisspersonal.ch, www.swisspersonal.ch

Bild: Archiv Keystone
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