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Berufswahlentscheidung von Jugendlichen

Arbeitsmarktthemen 03. Februar 2014
Berufswahl - Berufswahlentscheidung von Jugendlichen - ssuedostschweizjobs.ch
Persönliche Interessen und Neigungen entscheiden über den Wunschberuf. Bei der Berufswahl haben die Eltern einen grossen Einfluss und technisch-handwerkliche Berufe sind immer noch Männerberufe – das ergibt eine Umfrage bei über 1000 Oberstufenschülerinnen und -schülern.
Von Silvia Simon*
 
Die meisten Jugendlichen der 7. bis 10. Jahrgangsstufe haben sich bereits für einen Beruf entschieden. Von diesen Schülerinnen und Schülern hat fast die Hälfte schon eine Lehrstellenzusage. Nach eigenen Angaben wissen die Jugendlichen relativ gut über ihren Wunschberuf Bescheid. Die mit Abstand wichtigste Informationsquelle bei der Berufswahl ist die Schnupperlehre oder ein Praktikum, gefolgt vom Internet und dem Familienumfeld – wobei vor allem dem Vater eine Schlüsselrolle zukommt. Am wenigsten Relevanz haben Social Media, wie beispielsweise Facebook.
 
Mädchen und technische Berufe
Bei der Wahl für einen bestimmten Beruf ist es den Jugendlichen am wichtigsten, dass der Beruf sie interessiert und ihnen liegt. Mit Abstand folgen, dass es tolle Ausbildungsfirmen vor Ort gibt, man gute Entwicklungsmöglichkeiten hat und sich der Beruf mit den Freizeitaktivitäten vereinbaren lässt. Technisch-handwerkliche Berufe werden vor allem von Mädchen als uninteressant eingestuft, wenngleich beide Geschlechter diesen Berufen sehr gute Arbeitsmarktchancen zuschreiben. Mädchen hingegen – im Gegensatz zu Jungen – haben kaum Spass an technischen Fragestellungen. Wenig überraschend deshalb, dass sich nur 27 Prozent der befragten Schülerinnen vorstellen können, einen technisch-handwerklichen Beruf zu ergreifen – im Gegensatz zu 72 Prozent bei den Schülern. Zudem ist fast die Hälfte der Jugendlichen der Meinung, technisch-handwerkliche Berufe seien nur etwas für Jungen. Dabei hat der berufliche Hintergrund der eigenen Familie einen grossen Einfluss. So ist die Affinität der Jugendlichen gegenüber technisch-handwerklichen Berufen um ein Vielfaches höher, wenn auch die Eltern oder Geschwister einen solchen Job haben. Weit verbreitet ist nach wie vor die Meinung, dass man sich bei diesen Berufen die Finger schmutzig macht und sich leicht verletzen kann. Heutzutage entsprechen aber nur noch die wenigsten Berufe diesem Klischee. Seriöse Aufklärungen über die Ausbildungsinhalte und Berufsfelder sowie eigene Erfahrungen, gemacht anlässlich von Tagen der offenen Tür oder während Schnupperlehren, können Abhilfe schaffen.
 
Weiterführendes Studium im Visier
Rund 75 Prozent der Jugendlichen möchten nach der Lehre studieren oder schliessen ein Studium zumindest nicht aus. Dies belegt die grosse Bedeutung der Fort- und Weiterbildung und bestätigt die vielfältigen Vorteile des durchlässigen Bildungssystems in der Schweiz.
 
* Silvia Simon ist Professorin für Volkswirtschaftslehre und angewandte Statistik in den Studiengängen Tourismus und  Betriebsökonomie an der HTW Chur.

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