Nur zufriedene Mitarbeiter sind gesunde Mitarbeiter

Arbeitsmarktthemen26. Juli 2013
Nur zufriedene Mitarbeiter sind gesunde Mitarbeiter - südostschweizjobs.ch
Zufriedenheitsumfragen unter Mitarbeitenden sind in vielen Unternehmungen Standard. Werden Rückmeldungen ernst genommen und das Personal bei der Entwicklung von Massnahmen einbezogen, entwickelt sich eine erfolgsfördernde betriebliche Gesundheitskultur.
Von Harri Morgenthaler*
 
In den meisten Unternehmungen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass zufriedene und gesunde Mitarbeitende eine unabdingbare Voraussetzung für das erfolgreiche Bestehen im Markt sind. Diese Firmen engagieren sich mit unterschiedlichen Methoden für die Erhaltung und Förderung der Mitarbeitergesundheit, aber nicht immer fruchten diese Bemühungen. In den Chefetagen macht sich dann häufig Frustration und das Gefühl von Undankbarkeit breit.
 
Gemeinsam Lösungen anstreben
Fachleute machen bei Prozessen der betrieblichen Gesundheitsförderung immer wieder die Erfahrung, dass Gesundheit im Unternehmen anfänglich nur auf gesundes Essen – der berühmte Apfel kommt fast immer – reduziert wird. Erfahrungsgemäss sind es aber häufig andere Themen, die Mitarbeitende wirklich beschäftigen, nämlich der Umgang mit Belastungen (Resilienz), die Kommunikations- und Konfliktkultur sowie das Führungsverständnis in der Unternehmung. Diese Themen tragen wesentlich dazu bei, ob Mitarbeitende in ihrem Job zufrieden sind und gesund bleiben. Eine positive Entwicklung wird dann möglich, wenn alle Beteiligten aller Hierarchiestufen gemeinsam Lösungen entwickeln, denn die Verantwortung für Gesundheit ist letztlich nicht delegierbar. 
 
«... ausser man tut es»
Eine international tätige Firma im Prättigau entschied sich 2012, die betriebliche Gesundheit zum Thema zu machen, und leitete einen betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess ein. «Unsere über 500 Mitarbeitenden sind die eigentlichen Experten für betriebliche Gesundheitsthemen», sagt ein Mitglied der Geschäftsleitung. Deshalb seien in Workshops zusammen mit den Mitarbeitenden Entwicklungspotenziale im Gesundheitsbereich diskutiert worden. Die über 500 eingegangenen Lösungsvorschläge seien anschliessend von der Steuergruppe und einer externen Beratungsfirma in einem Massnahmenkatalog aufgearbeitet und von der Geschäftsleitung genehmigt worden. Erste konkrete Massnahmen sind bereits umgesetzt, weitere sind eingeleitet worden.
 
Verantwortung übernehmen
Gesunde und zufriedene, engagierte Mitarbeitende sind einer der entscheidenden unternehmerischen Erfolgsfaktoren. Durch den Einbezug der Mitarbeitenden in die Entwicklung der betrieblichen Gesundheit entwickelt sich eine Gesundheitskultur, die den Anliegen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht wird. Wenn Betroffene zu Beteiligten werden, stellt sich Erfolg ein.
 
* Harri Morgenthaler ist dipl. Coach/Organisationsberater BSO, Morgenthaler Consulting GmbH, Grüsch, Telefon 081 325 32 59, www.morgenthaler-consulting.ch

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