Wider der Eile und der Unentschlossenheit

Arbeitsmarktthemen15. November 2013
Planen gibt Sicherheit und Entscheidungsfreiheit  - südostschweizjobs.ch
Man kann im Leben nicht alles planen. Aber bereits das Bemühen, zu planen was später geschehen soll, gibt Sicherheit und Entscheidungsfreiheit. Je schwieriger der Blick in die Zukunft ist, umso notwendiger ist es, sich einen Plan zu erstellen
Von Roland Bollinger*
 
«Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige», sagte schon der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca. Nur ein Plan, ein eigener Plan, macht einen Menschen zum selbstständigen Kapitän seines (Lebens-) Schiffs auf dem offenen Weltmeer. Ein sinnvoller Plan hilft, die Richtung einzuhalten und sich selbst gegenüber konsequent zu sein. Ein guter Plan ist wie eine Leiter: Wer ohne Leiter einen Baum erklettern will, muss andauernd nach Griffen und Tritten suchen, jede Bewegung lange überlegen. Eine Leiter gestattet, mit viel kleinerem Aufwand, mit geringerem Risiko und vor allem viel schneller vorwärts zu kommen. Der im Voraus festgelegte Plan ermöglicht es, festen Schrittes dem Ziel zuzustreben. Das Zehn-Jahres-Ziel, das Fünf-Jahres-Ziel, das Jahres-Ziel, das Monats-Ziel, das Wochen-Ziel und das Tages-Ziel sind die Etappen dieses Plans – die Sprossen der Leiter. Im Unternehmen wie auch Privat, ja überall, wo es auf Zusammenarbeit ankommt, dient der Plan der Koordination. Jeder, der den Plan kennt, weiss, wo wer was tut. Dank des Plans kann das gemeinsame Ziel rechtzeitig erreicht werden. Wohl überlegte Pläne schützen einerseits vor der Zersplitterung und andererseits vor einem Im-Kreis-Herumdrehen. Der Plan ist ein Hilfsmittel, er ist ein Werkzeug, um Probleme zu lösen, komplexe Aufgaben rationell zu bewältigen und Ziele zu erreichen.
 
Erste Phase: Ziel-Erarbeitung
Sich sein hochgestecktes Ziel selbst vorstellen zu können, beginnt mit einem schöpferischen Träumen. Man muss das, was Wirklichkeit werden soll, vor seinem geistigen Auge erstrahlen sehen – um dann als weiteren Schritt sich alle nur erdenklichen Ideen aufzuschreiben. «Was möchte ich erreichen, wie möchte ich am liebsten meine Zeit verbringen, was erscheint mir in meinem Leben erstrebenswert» – das sind Fragen, die man sich stellen muss. Aber auch die Vergangenheit soll berücksichtigt sein: Was lehrt mich meine Vergangenheit, was war an den vergangenen Plänen gut, was nicht, und was sind heute die persönlichen Stärken die miteinbezogen werden sollen. Daraus folgt die logische Ordnung – oder mit anderen Worten, das Prioritäten setzen.
 
Zweite Phase: Die Mittel und Wege
In dieser Phase empfiehlt sich das gleiche schrittweise Vorgehen wie in der ersten Phase. Mit dem Unterschied, dass man sich mit Mitteln und Wegen befasst, die zum Ziel führen sollen – wie ein Wanderer, der voll Freude, Spass und geplanten Vorstellungen seinem Ziel entgegenwandert.
 
* Roland Bollinger ist Trainingsleiter bei der Gustav Käser AG in Zürich, www.gustavkaeser.com, robo@spin.ch

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