Beweglichkeit als oberstes Gebot

Arbeitsmarktthemen22. August 2013
Berufliche Flexibilität - Beweglichkeit als oberstes Gebot - südostschweizjobs.ch
Das Leben erfordert immer grössere Flexibilität von den Menschen. Was heute noch gilt, ist morgen vielleicht schon nicht mehr von Bedeutung. Beweglichkeit ist gefragt, sowohl geistige als auch körperliche.
Auch in der Arbeitswelt wird Flexibilität immer wichtiger. So sind etwa die Zeiten, in denen die Arbeitnehmer ein ganzes Leben lang im gleichen Betrieb arbeiteten, längst vorbei. Auch die Unternehmen selber verändern sich ständig. Die Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen flexibles Arbeiten von zu Hause  oder von unterwegs.
 
Flexible Arbeitsplätze nehmen zu
Flexible Strukturen haben bereits in einem weiteren Bereich der Arbeitswelt Einzug gehalten. Man liest immer mehr über flexible Arbeitsplätze. Alle Schreibtische gehören allen. Am Abend muss der Schreibtisch jeweils leer geräumt werden, weil noch nicht feststeht, wo man sich am nächsten Tag für die Arbeit einrichten wird. Die persönlichen Arbeitsutensilien werden auf einem Trolley verstaut. Wenn flexible Arbeitsplätze eingerichtet werden, gibt es nicht mehr für jeden Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Die Infrastruktur kann so schlanker gehalten werden, Platz und Geld wird gespart. Um flexible Arbeitsplätze zu schaffen, müssen in der Regel kleine Büros mit wenigen Arbeitsplätzen einem Grossraumbüro weichen. Weil es auch Arbeiten gibt, für die man Ruhe braucht, werden Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.
 
Vor- und Nachteile dieser Form
Mit dieser Arbeitsform ist es nicht mehr möglich, dem Arbeitsplatz seinen eigenen Stempel aufzudrücken, sich sein eigenes kleines Reich einzurichten. Familienfotos und die Muscheln als Erinnerung an den letzten Urlaub haben keinen Platz mehr. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mit der Auflösung fester örtlicher Strukturen und mit dem Verlust des persönlichen Bereichs ein Gefühl der Entwurzelung einhergehen kann.
Trotzdem sind mit flexiblen Arbeitsplätzen auch klare Vorteile verbunden. Die Zunahme der Wahlmöglichkeiten und räumliche sowie zeitliche Freiheiten entsprechen einem Bedürfnis vieler Arbeitnehmer. Wenn sie sich mit den Zielen und Werten eines Unternehmens identifizieren können, lassen sich neue, flexible Strukturen besser einführen. Wichtig dabei ist,  die Mitarbeiter richtig und rechtzeitig zu informieren und ihre Ängste und Befürchtungen ernst zu nehmen. Wenn die Erreichung des Ziels, nämlich Geld zu sparen, auf Kosten der Mitarbeiterzufriedenheit geht, könnte das mittelfristig fatale Folgen haben– nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für das Unternehmen.
 
Autorin: Sonja Schwendeler ist Geschäfts­führerin Swisspersonal AG, Alexanderstrasse 1, 7002 Chur

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