Ü50 und ohne Job – was nun?

Arbeitsmarktthemen05. August 2013
Ü50 und ohne Job – was nun - Stärken schnell erkennen - südostschweizjobs.ch
Wer als 50-Jähriger oder älter arbeitslos wird, muss auf der Suche nach einem neuen Job mit Schwierigkeiten rechnen. Wer sich aber auf seine Stärken besinnt und diese selbstbewusst verkauft, ist im Vorteil.
Von Claudio Cottiati*
 
Früher war das mittlere Lebensalter ein undifferenzierter Lebensabschnitt. Heute sind die Jahre zwischen 40 und 60 eine Lebensphase des Umbruchs. Heute steht die Generation 50 plus jedoch noch voll im Leben. Ein grosser Teil dieser Generation wird jedoch zu einem Zeitpunkt aus dem Berufsleben verabschiedet, wenn sie das meiste Wissen angesammelt hat und auf dem höchsten Stand der Erfahrungen ist. Viele, die ohne Anstellung sind, mussten jedoch zwangsweise aus ihrem Beruf aussteigen und brauchen eine neue Stelle. Und in den Stellenanzeigen sind erfahrungsgemäss nur noch flexible, belastbare, dynamische Persönlichkeiten mit 20 Jahren Berufserfahrung gefragt – aber ja nicht älter als 35 Jahre.
 
Von den Stärken ausgehen
Arbeitslosigkeit kann jeden treffen, auch erfahrene, loyale und zuverlässige Berufsleute. Oft kommt mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch die lähmende Angst dazu, den Anschluss zu verlieren und definitiv zum alten Eisen zu gehören. Mit einer klaren Vorstellung der Stärken und Schwächen kann die Stellensuche aber effizient in Angriff genommen werden. Dank ihrer langen beruflichen Tätigkeit verfügen diese Menschen über viel Erfahrung, Kontakte, Zuverlässigkeit und Sozialkompetenzen – Stärken, die auf den Anforderungslisten der Unternehmen ganz oben stehen. Ältere Arbeitssuchende sollen sich darum ihrer spezifischen Stärken bewusst sein und sich mit dem nötigen Selbstbewusstsein «verkaufen».
 
Lernbereitschaft betonen
Ab dem 50. Lebensjahr kann eine Stellensuche mit besonderen Herausforderungen und Schwierigkeiten verbunden sein. Schliesslich nähert man sich bald dem Pensionierungsalter. Dadurch ergeben sich höhere Lohnnebenkosten, und vielfach ist man mit Vorurteilen wie mangelnder Flexibilität und Produktivität konfrontiert. Möglicherweise wird man bei Bewerbungen benachteiligt. Aber grundsätzlich ist ein Ü50 auf dem Arbeitsmarkt nie chancenlos! Bewerber können ihre Perspektiven auf eine Anstellung beeinflussen, denn das Alter allein genügt nicht, um eine erschwerte Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu erklären. Die erfolgreiche Stellensuche wird ebenfalls durch soziale Kompetenzen und Motivation beeinflusst. Stellensuchende sollen nie Zweifel aufkommen lassen, dass sie lernen können und auch wollen. Denn wichtiger als das Alter ist die ausgeprägte Bereitschaft, Neues lernen zu wollen.
 
Unterstützung durch die ALV
Die arbeitsmarktlichen Massnahmen der Arbeitslosenversicherung (ALV) sollen dazu verhelfen, die Ausgangslage zu verbessern. Berufliche Kenntnisse können durch Bildungsmassnahmen aktualisiert werden. Zudem bieten Beschäftigungsmassnahmen zeitlich begrenzte Arbeitsgelegenheiten und tragen dazu bei, Kompetenz weiterzuentwickeln. Die über die Jahre hinweg angesammelten Erfahrungen und erworbenen Kompetenzen können im Rahmen von Standortbestimmungskursen und Kursen zur
Bewerbungstechnik verdeutlicht werden. Dies ermöglicht gezieltere und bessere Stellenbewerbungen.

Weitere Auskunft geben die Abteilung Arbeitsmarktliche Massnahmen des Kiga Graubünden oder die RAV-Personalberater und -beraterinnen.
 
* Claudio Cottiati ist Bereichsleiter Einsatz­programme beim Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (Kiga), Grabenstrasse 9, 7000 Chur, www.kiga.gr.ch, Telefon 081 257 30 71, claudio.cottiati@kiga.gr.ch

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