Wichtig ist, was drin steckt!

Arbeitgeber-Marke-Employer Branding14. November 2014
Employer Branding- Wichtig ist, was drin steckt - suedostschweizjobs.ch
Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie im Rahmen des Employer Brandings kommunizieren. Denn wenn nicht das drin steckt, was drauf steht, sind Kündigungen in der Probezeit und schlechte Mund-zu-Mund Propaganda nicht selten die Folge. Schaffen Sie lieber eine gelebte interne Kultur, welche die Mitarbeitenden dazu führt, dass sie bereit sind, ihr volles Engagement ins Unternehmen einzubringen. Dies wird sich bei Ihrer Zielgruppe nicht nur schnell herum sprechen und so die gewünschten potentiellen Mitarbeitenden anziehen, sondern auch deren Leistungsfähigkeit steigern. Und das Beste daran: Die Mitarbeitenden müssen nur 12 Fragen mit „ja“ beantworten!
Was, wenn nicht das drin steckt, was drauf steht?
Oft überlegen sich Unternehmen, wie sie auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitgebermarke in Erscheinung treten wollen. Sie definieren die Zielgruppe, sie richten sich nach den Werten dieser aus und kommunizieren dann proaktiv, was diese Personen hören und lesen möchten, um diese dann auch tatsächlich anzuzuiehen. Die Ausrichtung und Positionierung auf dem Beschaffungsmarkt ist jedoch nur die eine Seite eines guten Employer Brandings. Die andere und längerfristig entscheidende Seite sind die Werte und Kultur, die in der Organisation tatsächlich gelebt werden.
 
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Markenprodukt, zum Beispiel eine Coca Cola und stellen dann fest, dass zwar Cola drauf steht, aber keines drin ist. Was tun Sie? Sie werfen die Cola weg, reklamieren vielleicht beim Anbieter und überlegen sich beim nächsten Kaufentscheid ganz genau, ob Sie dieses Produkt nochmals kaufen möchten. Und mit grosser Sicherheit erzählen Sie Ihren Freunden und Bekannten, dass diese besser keine Coca Cola mehr kaufen sollen.
 
So ähnlich geht es all jenen, die eine neue Stelle antreten und nach kurzer Zeit heraus finden, dass die proaktiv kommunizierten Versprechungen nur leere Worthülsen gewesen sind. Kündigungen in der Probezeit und schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda sind nicht selten die Folge. Und das kann ganz schön teuer werden.
 
Employer Branding als attraktive, gelebte Kultur
Viel Wichtiger als das, was drauf steht, ist das, was drin steckt. Sie werden längerfristig dann ein attraktiver Arbeitgeber sein, wenn bei Ihnen im Unternehmen eine Unternehmenskultur gelebt wird, welche die Mitarbeitenden schätzen und diese dazu führt, dass sie bereit sind, ihr volles Engagement für das Unternehmen zu geben. Dies wird sich bei Ihrer Zielgruppe rasch herum sprechen und so die gewünschten potenziellen Mitarbeitenden anziehen.
 
Doch was umfasst eine solche Kultur, welche die Mitarbeitenden dazu motiviert, ihre volle Leistungsfähigkeit einzubringen? Gallup, ein internationales Beratungsunternehmen, hat sich in den letzten dreissig Jahren in grossangelegten Studien mit den Elementen auseinandergesetzt, welche das Employee Engagement der Mitarbeitenden fördern. Und das Beste daran, es sind „nur“ 12 Elemente – als Fragen formuliert – und diese können direkt beeinflusst werden!
 
  1. Wissen die Mitarbeitenden, was bei der Arbeit von ihnen erwartet wird?
  2. Haben die Mitarbeitenden die Materialien und Arbeitsmittel, um ihre Arbeit richtig zu machen?
  3. Haben die Mitarbeitenden bei der Arbeit jeden Tag die Gelegenheit, das zu tun, was sie am besten können?
  4. Haben die Mitarbeitenden in den letzten sieben Tagen für gute Arbeit Anerkennung und Lob bekommen?
  5. Interessieren sich die Vorgesetzten oder eine andere Person bei der Arbeit für die Mitarbeitenden als Menschen?
  6. Gibt es bei der Arbeit jemanden, der die Mitarbeitenden in ihrer Entwicklung unterstützt und fördert?
  7. Haben die Mitarbeitenden den Eindruck, dass bei der Arbeit ihre Meinungen und Vorstellungen zählen?
  8. Geben die Ziele und die Unternehmensphilosophie der Firma den Mitarbeitenden das Gefühl, dass ihre Arbeit wichtig ist?
  9. Sind die Kollegen auch bestrebt, Arbeit von hoher Qualität zu leisten?
  10. Haben die Mitarbeitenden innerhalb der Firma einen sehr guten Freund?
  11. Hat in den letzten sechs Monaten jemand mit den Mitarbeitenden über ihre Fortschritte gesprochen?
  12. Hatten die Mitarbeitenden bei der Arbeit Gelegenheit, Neues zu lernen und sich weiter zu entwickeln? 
Arbeiten Sie im Rahmen Ihres Employer Brandings daran, dass alle Ihre Mitarbeitenden diese 12 Fragen mit „ja“ Beantworten können - es wird sich doppelt lohnen, da sich sowohl die Leistungsfähigkeit des Unternehmens als auch die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Autor: Dominik Godat, Geschäftsführer Godat Coaching GmbH, Fachdozent/-in der MKS AG, Kompetenzzentrum für Marketing und Management, Sargans

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