Nicht Bestehen um jeden Preis, sondern „Lernen fürs Leben“

Aus- und Weiterbildung23. April 2014
Jugendliche - Nicht Bestehen sondern lernen fürs Leben - suedostschweizjobs.ch
Lehrbetriebe wollen, dass ihre Lernenden gut in der Schule sind und eine respektable Abschlussnote erreichen. Doch wie viel Unterstützung ist sinnvoll, damit der Jugendliche nach der Lehre in der Arbeitswelt zurecht kommt?
Mit einer 5,3 im Qualifikationsverfahren wird der Lernende und somit auch der Lehrbetrieb geehrt. Welch ein Stolz für den Lernenden und seine Eltern, aber auch für den Lehrbetrieb. Und sie können auch mit gutem Grund stolz sein, denn die Einstellung vieler Prüfungsteilnehmer ist schlicht und einfach „durecho“ - egal mit welcher Note.
 
Um es vorweg zu nehmen, ein junger Erwachsener, der von sich aus eine sehr gute Leistung zeigt, wird es wohl weit bringen. Es gibt jedoch auch Lernende, die durch die Prüfungen durchgedrückt werden. Die Massnahmen, die Lehrbetriebe dafür treffen sind sehr unterschiedlich, auch von der Menge her. Von Zeit für Schulaufgaben bis zu interner und externer Nachhilfe sowie Prüfungsvorbereitungskursen ist alles möglich. Betriebliche Noten von den Lehrfirmen sind zudem selten tief.
 
Was lösen Berufsausbildner mit diesem Verhalten aus? Kann der junge Profi nach der Lehre grössere Herausforderungen alleine meistern, ohne dass jemand hinter ihm steht und ihn antreibt? Genau das bezweifeln mittlerweile viele Praxisausbildner stark. Die Verantwortung sollte den Lernenden übergeben werden. Übergeben wir doch die Verantwortung denen die sie tragen müssen, den Lernenden. Das Zauberwort heisst, auch hier einmal mehr, „Coaching“. Dabei werden die Jugendlichen beraten und es wird ihnen aufgezeigt wie sie zu ihrem Ziel kommen. Zudem kann eine Unterstützung beim entwickeln eines Lernplanes und der Lernstrategien sehr hilfreich sein. Wege aufzeigen, sie jedoch alleine gehen lassen. Den Lernenden die Verantwortung für ihre Ausbildung übergeben, denn nur so werden sie auf ihre Zukunft vorbereitet.
 
Zum Schluss ein reales Beispiel: Eine meiner Lernenden hat für die Schlussprüfungen nicht gelernt und somit den Abschluss beim ersten Mal nicht bestanden. Sie meinte, dass sie in ihrem Leben noch nie so viel gelernt hatte wie durch diesen Misserfolg. Heute ist sie Lehrerin.

Autor: Felix Häberli, Leiter Berufsbildung / Sunrise Communications AG, Fachdozent/-in der MKS AG, Kompetenzzentrum für Marketing und Management, Sargans
 

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